Stephan von Landskron.

Das buch ist genant Die Hymelstraß. Augsburg, Lucas Zeissenmair (18. November) 1501. Klein-Folio. 167 Bll.num., 1 Blatt weiß, 6 Bll.nnum. (Register). Mit blattgroßem Holzschnitt auf Titelrückseite, zwei großen und zahlreichen kleineren Holzschnitt-Initialen. Schweinslederband des 16. Jahrhunderts mit reicher Rollen- und Einzelstempelblindpressung und zwei Schliessen. €8.500,00

Second edition. – Some ownership inscriptions and erased stamps on title, one leaf with small tear to upper margin, only slightly stained and well preserved in its original 16th Century binding. – VD16, S-8920; Muther 226; NDB. XIII, 520 ff.; Verfasserlexikon des MA, IV, S. 272-275; Falk, Die deutschen Sterbebüchlein S. 65 f.

Zweite von nur drei Ausgaben, selten. Hauptwerk des Augustiner-Chorherrn Stephan von Landskron (um 1412-1477) einem Vertreter der Wiener Schule, die 1388 von Heinrich von Langenstein als Reformbewegung gegründet wurde. Das 1465 entstandene Werk ist eine Mischung von Katechismus, ars moriendi, Beicht- und Gebetbuch, in derbem, volkstümlichem Stil geschrieben und allen Gesellschaftsschichten bestimmt, auch den “armen und plöden, den vnmessigen tregen vnd verdrossen, den vergessnen vnd einueltigen leüten zu einer lere vnd vnderweisung, zu hilf und voerderung.” (Blatt 2 verso). Die Behandlung der zehn Gebote gewährt “fesselnde kulturgeschichtliche und volkskundliche Einblicke … Hier wird eine ganze Musterkarte von Trägern des Aberglaubens aufgestellt, die wider das I. Gebot handeln: Besprechweiber, Amuletträger, Wahrsager, Traumdeuter, Teufelbanner, Schwarzkünstler. Vor den Frauen Bercht und Hold wird gewarnt, vor den Druiden, Schrätlen und nachtfahrenden Unholden, Werwölfen und vorm Alp.” (Verfasserlexikon). Der Holzschnitt auf der Titelrückseite zeigt den schmalen Weg zum Himmel, darauf einige Personen, von Engeln geleitet. Er wurde eigens für diese Ausgabe geschaffen, der von Anton Sorg in der Erstausgabe von 1484 (Hain 9898) verwendete Holzschnitt entstammte noch einer Ausgabe der “Legena aurea”. Die Produktion des von 1495-1503 in Augsburg tätigen Druckers Lucas Zeissenmaier betrug nur ein gutes Dutzend ausnahmslos deutschsprachige Drucke, wobei er Drucktypen und Initialschmuck Schönspergers verwendete. 1503 verlegte er seine Presse nach dem Benediktinerkloster Wessobrunn, wo er bis 1508 tätig war. (Vgl. Geldner I, 158 und Benzing 14 & 438). – Titel mit mehreren alten Besitzeinträgen und gelöschten Stempeln, ein Blatt mit kleinem Einriss im weissen Oberrand, sonst nur minimal gebräunt und gut erhalten.